So this is christmas - part two.
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eigentlich wollte ich schon längst in die heia, will mir schließlich einen allgemein anerkannten "menschlichen" tag-nacht-rhythmus basteln. muss eben warten; ich bin nicht müde und mich plagen die sorgen für morgen. dummer, unpassender reim, genauso dumm wie herz und schmerz.
nun gut, egal.
heute war ein guter tag. kein pc, kein internet, nur draußen mit freunden rumlaufen und glühweinartiges gepansche trinken. wir haben den mindener weihnachtsmarkt besucht; ich, mein freund, seine cousine und sein cousin und dessen gute freundin. ein wenig soziale kontakte pflegen, so ein mal alle 3 monate. ich war tatsächlich mal wieder stramm, nach einem becherchen engelsblut (himbeerwein) ...
und es tat mir gut.
zwar ist mir aus ärztlicher sicht geraten worden, den alkohol in zukunft besser zu meiden, aber ein mal alle paar monate finde ich persönlich okay.
bin nämlich ein ganz-oder-gar-nicht-trinker; und unter normalen umständen kann ich nicht mehr aufhören mich zuzubechern. der rausch des absoluten kontrollverlustes, das pendant zu meiner absoluten kontrollhaftigkeit, zwinkert mir immer zu, aber, wie gesagt: ganz oder gar nicht. und die meiste zeit trinke ich lieber gar nicht. dann brauche ich, falls ich doch mal trinken sollte, nicht so viel, denn auch meine medikation haut den promillewert jedes gesöffs nach oben. außerdem esse ich ja nicht sonderlich viel.
meine fresse, ich schweife ab.
eigentlich hatte ich vor, noch mal auf das video von john lennon einzugehen, was ich vor einigen stunden gepostet habe. jetzt, mit frischen erkenntnissen des menschlichen konsumverhaltens am mindener weihnachtsmarkt (gut, eher beschränkend. der mensch konsumiert schließlich ständig; es ist ja so einfach, sich - vermeintliche - gefühle zu kaufen) schien mir das sehr praktisch und naheliegend.
ich versuche immer, global und alles aus einem größeren zusammenhang zu sehen. ein bisschen wie spinoza das meinte, aus dem blickwinkel der ewigkeit betrachtend. natürlich ist weihnachten in erster linie ein kapitalistischer konsummarathon - dem das leid der welt in ärmeren ländern gleichzustellen haut einen um so mehr um. man weiß, dass es wahr ist, und das eigene verhalten doch falsch, wir kaufen dinge, die wir evolutionstechnisch gesehen nicht brauchen, wir erfreuen uns an vergänglichem, ein kleiner endorphin-kick (oder progesteron, wenn wir uns ein kuscheltier kaufen) weil wir uns etwas gönnen, wir sind gefangen in den augen anderer, statussymbole, nichtige merkmale diverser gruppenzugehörigkeiten, weil uns eben eingetrichtert wird, dass wir das brauchen, um uns gut zu fühlen, damit wir anerkannt sind, gehasst, vergöttert, neidvoll beäugt oder um ein mitglied einer für uns subjektiv ansprechenden gruppe zu gehören.
das ist völliger bullshit und trotzdem machen wir weiter, weil wir nicht anders können. jeder tut das, wenn man nur den außenrahmen ohne schnickschnack betrachtet. jeder auf seine weise.
und dann gucken wir uns das video an und hassen uns für unser verhalten, trösten uns aber im laufe des tages mit der nächsten tafel schokolade. ich frage mich auch, werden uns hier schuldgefühle vermittelt oder sollen wir handeln? resultiert nicht eines aus dem anderen? gut, jeder geht unterschiedlich mit sowas um. aber in erster linie ist das video ein denkanstoß. handeln wir gut oder schlecht?!
... und wir merken vielleicht: irgendwas läuft hier falsch, aha, und weiter?
man kann beides nicht aufwiegen. unsere gesellschaft ist setzt sich aus beidem zusammen, sonst wären wir nicht hier. wir gehen alle nur etwas merkwürdig damit um. wir können die menschheit verteufeln für all den krieg, die hungernden menschen, die geldschaichs, die aussterbenden tiere, die milliardäre, die kinderschänder, die ignoranten. das ist einfach, urteilen ist immer einfach, wenn man nicht genauer hinsieht. alles hat seinen grund. sowohl der pädophile als auch der vielleicht letzte tiger dieser welt.
wir können versuchen noch so viel zu helfen, zu spenden, vielleicht die welt zu mehr happy familiy machen, aber ändern wird sich dadurch nichts. neue probleme werden auftauchen, uns vielleicht gerade unvorstellbare oder undenkbare, vielleicht sogar nichtige, aber jedes zeitalter hat sein leiden, weil es sein wissen und seinen zeitgeist hat (und ich rede hier nicht von dem gleichnahmingen schrecklichen album der noch schrecklicheren smashing pumpkins...)
es gibt keine gerechtigkeit, nicht solange es menschen mit bedürfnissen gibt. nicht, solange der mensch so ist, wie er ist. solange er sich in einer gesellschaft bewegt, und das tut er ja, egal wie mans dreht und wendet, denn wir sind soziale tiere.
es gibt kein immer-happy-sein. immer harmonie hier und da, glückliche fratzen. das werden wir nicht erreichen, und hassen wir heucherisches getue nicht auch? immer gelassen sein. alles easy nehmen. solche individuen, die dies ihr mantra nennen, wären vor knapp 30 000 jahren hops gegangen. tun es, rein psychodynamisch betrachtet auch jetzt...
aber man muss angst haben. man muss seine gefühle zeigen. nur so ist man einschätzbar. der moderne mensch hat sich m. e. nach angewöhnt, seine einschätzbarkeit durch sein äußeres zu zeigen. aha, ein goth. in die schublade stecken. das mag nun wirklich keiner, aber auf diese weise konnte man vor tausenden von jahren einschätzen, wen man da vor sich hatte. (ich bin nicht blöd, damals gab es keine goths; aber bestimmt menschen mit vielleicht derselben einstellung?) wer grimmig schaute war bestimmt lebensgefährlich. besser angreifen oder weglaufen.
tun wir heutzutage genauso. entweder "Ihh, du bist scheiße!" brüllen oder gar nichts sagen. am besten noch sagen, ist mir egal, wie der oder die herumläuft. ich glaube, toleranz gibt es nicht. nur die angst vor einer eigenen meinung.
gut, ein goth lässt sich so einfach nicht einschätzen, aber man hat ja so seine vorurteile. seine gefühle brauch man jetzt nicht mehr zu zeigen, man versteckt sie einfach durch käufliche maskenbilder. aber bitte immer stark sein. wer schwach ist, ist angreifbar, und das wird schamlos ausgenutzt von denen, die angreifen müssen, um selber keinen auf den deckel zu bekommen. die wiederum also auch schwach sind, mental jetzt. das sind auch meistens diejenigen, die sich arrogant geben, unnahbarkeit lässt man irgendwie lieber in ruhe... arrgh. merkt ihrs? ich schweife wieder ab.
mir fällt zu viel dazu ein.
und ich kann euch raten, es mir gleichzutun. die geschichte der menschheit verändert sich dadurch, dass es menschen gibt, die selbstständig denken. egal worüber. denn jeder hat eine meinung, eine stimme, die gehört werden muss. meine ansichten können für den ein oder anderen komplett idiotisch sein, aber so ist das leben. andere meinungen zu hören ist wundervoll, konstruktive kritik bringt den menschen weiter, man denkt über seine bisherigen gedankenbäume hinaus. vielleicht verwerfe ich dies alles hier in 20 jahren und entwickle für mich viel relevantere theorien. aber es hat mich so doch auch zu dem punkt gebracht, es in 20 jahren zu verwerfen. hoffentlich habe ich mich verständlich ausgedrückt... .___.
bitte, tut das.