Glas.

Veröffentlicht auf von kadotettu.over-blog.de

10:22

 

es gibt tage, da liege ich herum und starre mich selbst aus dem fenster raus.

starre den himmel an, weil ich mir einrede, er lässt mich klarer denken. weil ich so vielleicht etwas von der leichtigkeit abhaben kann. ein bisschen weg sein. durchatmen, wegatmen.

aber immer nur durchs glas.

 

und so langsam ablösend frage ich mich dann, was das denn sein soll, eine psychische erkrankung. und inwieweit es mich von anderen menschen unterscheidet. anders macht. zu etwas anderem macht. wie stark anders ist meine wahrnehmung, mein denken, meine art zu leben. wer setzt die richtlinien? wie abnormal bin ich wirklich. und warum.

und dann, unterdrückte wut auf ein paar blöder synapsen, die anders geschaltet sind.

warum?

 

super. kann auch wirklich niemand beantworten. ich sage ja auch nicht, dass diese gedankenduselei etwas produktives ist. sie beruhigt mich weder, noch bringt sie nennenswerte erkenntnisse. und trotzdem kann ich es nicht lassen. ich sehe hinaus und frage mich einfach warum. und dann sehe ich diese vielen anderen menschen. ich hier, sie dort und dazwischen auf jeden fall ein großes missverständnis.

 

man muss nicht raus gucken. man kann genauso gut online seine zeit verbringen. sich durch ein anderes fenster hinausstarren. und niemand kann mir dabei zusehen.

schau her, lauter gläserne profilneurotiker, unter ihnen ich. so gläsern wie mein fenster selbst. und los gehts, entdecken, stalken, vergleichen, bewerten, bewundern, auf X klicken. erleichtert bin ich danach nicht. auch wenn ich zeitweilig nicht mehr nachdenken muss. ich sehe und bin nicht mehr da. vielleicht ein bisschen erschlagen.

 

informationen ohne mensch. aber voller missverständnisse.

 

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Veröffentlicht in Gedanken

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