Play dead.
17:05
grmblll. nein, eigentlich bin ich nicht wütend. ich hab nur diese scheißangst, diese scheiß lahmmachende angst, die in mir den wunsch erweckt, mich zu verkriechen. hab mich heut schon genug verkrochen. habe bis vor ner halben stunde noch gepennt...
egal. angst weil... ich muss heute noch irgendwie ins wohnheim. bin seit donnerstag nicht mehr dortgewesen, nicht gerade die feine art. ich hab mich nicht abgemeldet, bzw, nur bis freitagmorgen. jedenfalls haben die leute vom heim heute bei meinem freund angerufen, wo ich denn stecke und wie es mir geht. und dass ich doch noch bitte meine medikamente abholen soll.
hab kein bock auf die medikamente.
klar, die machen sich sorgen, mir könnte ja sonstwas passiert sein, die kennen mich schließlich. ein wunder dass ich überhaupt auslauf haben darf.
aber ich will da nicht hin. fühl mich momentan so instabil und schwach, dass ich bei dem geringsten vorwurf, warum ich mich denn nicht gemeldet habe, zusammenbrechen würde. ich hasse rechtfertigungen und mit verboten oder einem einfachen "nein" kann ich nicht umgehen. also, doch, umgehen schon, aber das finden meine mitmenschen nicht gut, was mir nicht in den kopf will, obgleich eine kleine stimme in mir sagt, dass es wirklich nicht okay ist, sich zu bestrafen. aber das ist für mich die beste bestrafung.
egal. irgendwie schaff ich das schon. werde mir vorher die haare waschen, katzenwäsche machen und ein bisschen schminken. ein bisschen maske aufsetzen. ich brauche eh noch ein paar sachen aus dem heim.
aber ich mag nicht, ich mag überhaupt nicht. ich würd mich am liebsten in die arme meiner mutter verkriechen. weg, wegsein, kaputt sein, weggedacht sein, aufgelöst, nicht mehr da, ausgehöhlt.
solange, bis diese scheißwelt endlich vorbei ist. oder until the world gone dark fades away.
bis da nichts mehr ist, nicht mal mehr ein nichts. präurknall. wenn sich der zyklus des universums wirklich nicht ständig wiederholen sollte. was allerdings auch eine interessante vorstellung ist. früher dachte ich immer, so entstehen déjà-vus.
bis ich erfahren habe, dass déjà-vus ein zeichen dafür sind, dass das gehirn nicht richtig arbeitet. aha. passt ja.
nein, nicht ausschweifend werden. ich klettere gern hoch auf die gedankenbäume, um mich nicht mit dem mist unten am boden auseinander setzen zu müssen.
aber ich sollte mich auf das freuen, was ich hinterher machen kann. vielleicht kommen ein paar kumpels und kumpelinen vorbei, nicht wundern, alles psychisch kranke. also gleichgesinnte. und dann schauen wir fernsehen und machen uns über die welt lustig. besser, als sie zu mitleidig beweinen.