Erschießen.

Veröffentlicht auf von kadotettu.over-blog.de

09:30

 

... und nix anderes mehr.

 

eine woche ohne medikation, und mein kopf fühlt sich angenehm an. es ist wie früher. die grenzen nach oben und unten sind eingeschränkt. einfache dinge sind sinnloser geworden und ängstigen mich mehr. es ist unmöglich ein normales gespräch mit mir zu führen, weil ich endzeitlich denke. mein freund schlägt vor, für eine reise zu planen und ich frage, was das denn für einen sinn haben soll. da ist einfach nichts mehr, und ich genieße dieses apokalyptische gefühl geradezu, koste es voll aus, denn es ist vertraut. ich weiß, ich habe die option, aber ich tus nicht. es ist wie eine sicherheit.

 

gut, ich habe eine wohnung, viel mehr ein zimmer in einer wg. werde vorraussichtlich mitte januar umziehen, raus aus dem wohnheim und rein ins betreute wohnen. der antrag auf grundsicherung ist noch immer nicht gestellt, ich ziehe es vor, solche dinge vor mir herschwimmen zu lassen, bis ich sie zu fassen bekomme. ich bin faul, würde man sagen. ich weiß nicht, ob das die richtige bezeichung ist, aber es würde so vieles erleichtern. glaube, es ist eher die angst, die otto normalverbraucher eben nicht kennt. das ist auch gut so, sowas wünscht man keinem.

 

mein freund hat mittlerweile auch einen job in der produktion. hätte er ein bisschen länger gewartet, hätte er gar kein geld mehr bekommen und müsste auch einen antrag auf grundsicherung stellen. ich verabscheue witze über hartz 4. weil die allgemeinheit nicht weiß, wie es ist, wenn man nicht kann. wenn einem der anruf bei dem nächstgelgenen beerdigungsinstitut sinnvoller erscheint. um seine eigene beerdigung zu planen. 

egal. es ist so egal.

aber man verlangt ja, dass man sich immer schön rechtfertigt. und diese rechtfertigungen werden mich noch früher oder später ins grab bringen.

 

ich will schreien. der kopf auf meinem hals soll explodieren, damit all diese worte rauskommen können. an der wand kleben bleiben, von all der klebrigen gehirnmasse. und da erst mal so hängen, bis sie auf den boden rutschen, weil sie eingesehen haben, dass sie nichts bewirken können. 

 

also, ich müsste doch zufrieden sein. eine wohnung, raus aus dem wohnheim, die aussicht auf ein leben in eigenregie. 

und wie geht es weiter? das grübeln abstellen. am besten gar nicht mehr nachdenken, nur noch auf seinen instikt hören. der weiß, was richtig und was falsch ist. mein instikt sagt mir gerade: "kotzen" und ich kann es nicht einordnen. was kotzen, wo kotzen? gut, etwas muss raus. zu viel staut sich bei mir auf, da habe ich so eine tendenz zu. und dann sitzt das so in mir drin und explodiert bei der kleinsten erschütterung. gerade jetzt, so ohne serotonin-wiederaufnahmehemmer. 

und dann weiß ich nie wohin damit, weil mein mund zugenäht ist. ich kann wirklich nicht sprechen, wahrscheinlich weil es mich dazu bringt, mich weiter zu rechtfertigen. schweigen ist einfach. spuckst du die worte aus, treffen sie irgendwo auf, werden registriert; und wer auch immer sie aufnimmt fordert antworten. und ich kann nicht so schnell sprechen wie ich fühlen mag. weil mir die basis fehlt. ich habe kein rückgrat.

 

und stopp. ich weiß nicht mehr weiter. 

Werbung

Veröffentlicht in Depression

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post