Killer.

Veröffentlicht auf von kadotettu.over-blog.de

01:05

 

übermüdung. habe den ganzen tag geschlafen. wusste mal wieder nichts mit mir anzufangen.

 

wieder erwarten hatte ich den tag also nicht unter kontrolle. aber das ist nun auch egal. man gewöhnt sich an vieles. ich habe auch keine lust - momentan - auf einen spannenderen tagesablauf. ich will nur meine ruhe haben. lesen. nichts als lesen.

 

wir wollten, also ich und mein freund, am samstag nach bielefeld düsen. mit unseren freunden. ein bisschen shoppen, ein bisschen sushi essen. ein bisschen ins kino.

 

ehrlich gesagt habe ich ein bisschen keinen bock dazu. hoffe mal, sie sind nicht allzusehr enttäuscht, wenn doch, kann ich es auch nicht ändern.

ich breche vieles immer kurz vorher ab. das hatte in der vergangenheit die folge, dass meine damalsigen freunde irgendwann keinen bock mehr auf mich gehabt haben. man regt sich über zu vieles auf, anstatt mal zu fragen, was sache ist. meine freunde hat das damals nicht interessiert. wenn man jung ist, will man nur spaß haben.

 

ich bin froh, dass der kontakt eingeschlafen ist. man lernt neue menschen kennen, die, von ihrer emotionalen intelligenz betrachtet, immer mehr draufhaben als die davor. ist in meinem leben ein ungeschriebenes gesetz. und ich will auch gar nicht wissen, woran das liegt.

 

ich fühle mich ekelhaft aufgeschwemmt. hatte gestern einen bösen fressanfall, habe mich aber erbarmt, meinen mageninhalt der toilette zu schenken. bei meinem freund mache ich so etwas nicht. außerdem habe ich seit meinem speiseröhrendurchbruch im märz nicht mehr erbrochen. man lernt dazu.

 

muss ich eben die nächsten tage kürzer treten. es ist kalt, da kann man ruhig viel fahrrad fahren. ich habe heute nichts gegessen, keinen kaffee getrunken und mir keine fluppe angezündet. mir wäre nur schlecht geworden.

 

es ist ein kampf mit sich selbst. eine sprache, die nur man selber verstehen kann. 7 jahre essgestört & 7 jahre essgestörtentherapie haben mich zum therapeutenkiller gemacht. im fachjargon heißt das soviel wie, man weiß alles, um seine verhaltensweisen zu ändern, man kennt die gründe für seine erkrankung, man hat alles ausprobiert, bleibt aber seiner erkrankung treu, weil der gewinn durch die angewandten symptome noch immer höher liegt als der gewinn eines symptomfreien lebens.

 

es bleibt meine sprache.

 

 

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Veröffentlicht in Essstörungen

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