Nein.
10:33
hassen hassen hassen durchdrehen. ich will so sehr mit dem kopf gegen die wand, gegen alle wände um mich herum, mir die zunge aus dem maul reißen, es soll rausbluten, alles soll rausbluten. ich halte mich nicht mehr aus. vor einer halben stunde konnte ich noch durchs zimmer tanzen. jetzt könnt ich die kloschüssel küssen, hätte ich meinem freund nicht das heilige versprechen gegeben, bei ihm nicht zu kotzen. ich hab gefuttert, mich aufgefüllt, gegen diese leere in mir, gegen diese worte, beißende sätze in meinem kopf, und ich kann die stimmen nicht zur ruhe bringen, egal wie hoch der fressberg ist. es soll aus mir raus, diese wut gegen mich, rauskotzen, dieser ganze figurtötende nahrungsbrei, den ich eh nicht brauche. die ganze woche lang habe ich nicht mehr als insgesamt 8 kleine äpfelchen gegessen, immer nachts, denn tagsüber habe ich geschlafen. jetzt schlottern meine jeans und in meinem shirt könnte ich baden, so weit, so bequem, nicht einengend, nicht ekelhaft prall und fleischig. meine schönen rippenbögen drohen unter dem nächsten fettwulst zu verschwinden. meine mühevoll ausgegrabenen beckenknochen. und dabei waren die schwindelanfälle so schön.
chance vertan. gegessen, weil angst, weil zu viel. zu viel leere. zu viel vakuum in der zukunft. zu viel, was nicht zu schaffen ist. ekelhafter 18er bmi bedroht mich. die zeit rast. rieselt mir durch die finger, und der sand droht mich zu begraben. eigentlich gut so. lebensmüde bin ich nicht. eher lethargisch. eher so alles-schon-gesehn. kommt nix mehr. hoffen und träumen, welch idealismus. in dieser welt, mit unserer daseinsberechtigung, muss man kämpfen. das ist evolution. und meine gene treten auf der stelle.
es wird kalt innendrin. ich werde ganz still. es tut gut, sich auszuschreiben. wie ein wutanfall kam der schub über mich. es ist okay, alles okay. resignation. energie, die sich auflöst, irgendwo in den tiefen meines körpers sammelt, bis der nächste schub kommt. was stellt man mit einem tag an ? früher. als ich noch zuhaus gewohnt hab & zur schule ging, da wären mir tausend dinge eingefallen, die ich hätte machen wollen, hätte ich nur die zeit dazu. nun habe ich zeit en masse. ich habe mein leben in der hand und verstecke mich. ich weiß nicht, wofür das alles. baustellen im kopf. ich muss aufpassen, wo ich gedanklich hintrete.
ich werde rauchen. nachdenken. vielleicht ein mal die jalousien hochziehen, es ist ja schon tag. vielleicht einen plan erstellen, den ich eh nicht einhalte. ein bisschen struktur. aber die dinge, die angst machen, die bleiben.