chronisch schlaflos.
06:08
ein bisschen schlaflos. alles fühlt sich schwer und steinig an, als könnte ich mich kaum bewegen, geschweige denn denken oder einfache zusammenhänge erkennen. licht blendet, die geräusche um mich herum sind überlaut. vielleicht flüstert der kühlschrank. würde ich jetzt raus gehen, in eine überfüllte einkaufspassage, währe der nächste psychoseschub nicht mehr weit, oder eine halbwegs funktionierende panikattacke. das gefühl, verfolgt oder beobachtet zu werden. leute um mich herum die wissen, was mit mir nicht stimmt. leute die reden.
dazu habe ich jetzt keine lust, nein. nicht schon wieder.
immer diese menschen.
also bleibe ich drin.
und kann nicht schlafen. ich zittere, mein ganzer körper bebt mit jedem herzschlag, das sieht besonders an den haaren lustig aus. und es dreht sich alles. schwebt ein bisschen über dem boden. und ich dazwischen in jedem raum und ziehe mich zusammen. nein, ich habe keine drogen genommen, nur auf meine antidepressiva verzichtet. und jetzt liege ich hier so herum und denke nicht mehr. gucke nur, warte auf das ende. ich kann lustige dinge denken, in diesem zustand jetzt. kausal total abwägigen mistkram, unlogisch und abstrus.
und ich merke noch vereinzelte impulse. ein kleines, verwelktes ichwillnicht krabbelt über den fußboden. sucht nach einem loch zum verkriechen. fremde gliedmaßen, die an mir kleben und nicht verschwinden wollen. egal wie oft ich auch drauf herumhaue. und ich weiß noch, sie sind mir auch so fremd. aber jetzt merk ich das ganz stark. in den spiegel gucke ich schon längst nicht mehr. habe keine lust auf das ungewaschene unwürdige miststück vor mir. sehe nur, die wunde an dem linken mundwinkel hat angefangen zu bluten. das ist so egal.
wohin jetzt, mit all dem mist in diesem menschen. wohin mit dem menschen selbst. ich habe angst, mich ins bett zu legen. in der ruhe wird es immer laut im kopf. ich könnte mich weiter ablenken. vor einigen stunden hatte ich einen kleinen zusammenbruch, als ich mir ein video über jonne aarons butze angesehen habe.
ich weiß nicht, warum. er wohnt so schön. ich werde nie so wohnen können, mit diesem kopf voller glassplitter. nein, kein selbstmitleid jetzt. ich rutsche nur so nach unten, wenn ich sowas denke. ich kriegs ja nicht mal mit meiner wohnung hin, mit all dem scheiß, der vorher erledigt sein muss. vieles habe ich schon, aber es gleicht einem sumpfsackhüpfen - man sinkt ein.
also ich liege nur da, mein körper löst sich auf; und nur die müden augen verfolgen noch das krabbelnde ichwillnicht.
und das wird immer panischer, das arme ding.