Solace.

Veröffentlicht auf von kadotettu.over-blog.de

13:36

 

es geht mir gut. ja. hatte gegen 10 uhr wieder einen termin bei meiner therapeutin.  knappe 40 minuten fußmarsch im nebel. schön war das. hattet ihr auch nebel ? den hin und rückweg habe ich mir mit musik versüßt. so bekommt man bekanntlich wenig mit von der außenwelt. der nebel tat sein übriges. auch wenn ich die ganze zeit nur dieselben 5 song gehört habe.

The 69 Eyes - Next Stop Paradise

Hundeds - Solace

Tiziano Ferro - Imbranato

Iggy Pop - I Won't Crap Out

Jonne Aaron - Tahdon Rakastella Sinua

kennt ihr vielleicht. gut zum kopf durchspülen. der termin ansich war wieder balsam für die seele. haben über dinge gesprochen, die mir momentan halt geben und mir gut tun. unter anderem dieser blog und ihr, meine blogleser. ♥

 

und ich habe die aussicht auf eine wohnung. ein guter freund von mir wird sich selber eine neue suchen und ich kann dann seine alte übernehmen. das ware herzallerliebst. denn mich plagen ängste beim suchen einer wohnung. und es ist schwer, etwas brauchbares hier in minden zu finden. 220€ kalt und nicht mehr als 45qm². mehr ist bei hartz 4 nicht im rahmen. mir würds reichen.

ich habe einfach angst vor konfrontation mit dem jeweiligen vermieter. rechtfertigungen. sagen, dass ich kein eigenes einkommen habe. sagen, dass ich psychisch krank bin. dass ich arbeitslos bin. auf betreutes wohnen angewiesen bin. angst vor vorurteilen, ablehnung. das ist nur ein kleiner teil von dem, was mir bevorsteht. ich muss rechnungen bezahlen, überweisungen nachweisen, kostenbefreiungen beantragen, obgleich dieses kalenderjahr bald rum ist. anfang juni habe ich mich in die psychiatrie einweisen lassen, und dort muss man ja pro kalendertag einen bestimmten satz zahlen. und ich habe die 110€ noch immer nicht überwiesen. ich bin müde. wenn man nicht weiß, wofür man aufstehen soll, außer für pflichten, die man erfüllen muss; nicht mal weiß wie. und ob man es schafft. ich gebe lieber auf, anstatt mich dem leben zu stellen. es häuft sich alles an. aber für den fall werde ich mir einen gesetzlichen betreuer anschaffen. papierkram, den ich nicht bewerkstelligen kann. all das, was mir meine eltern früher abgenommen haben, was ich nun selber bewerkstelligen muss und nicht kann. ich weiß, das hört sich alles nicht so tragisch an. man muss es nur tun. aber versucht das mal mit stimmen im kopf, die dir sagen, dass du es nicht schafst. stimmen, gedanken, die dich zwingen, dich zu bestrafen. dir den mund zunähen. ich kann nicht sprechen. mich nicht äußern. ich weiß nicht, wie ich all meine ängste und sorgen in worte verpacken soll. auf papier, oder hier schriftlich, ist das sehr einfach. aber nicht in realen sozialen kontakten. der mund ist zu. kann worte formen, sie aber nicht hinauslassen. angstattacken en masse. die angst, zu versagen. nicht zu genügen. nicht zu bestätigen. falsch zu sein. alles eine sache des selbstbewusstseins. du brauchst ein stabiles ich, um zu überleben. musst dir selber dein bester halt sein. wie, wenn man in watte gepackt wurde, frag ich mich.

ich suche mich noch immer.

gut, das reicht. ich könnte es vertiefen. euch erzählen, warum ich nicht bin. nicht ich bin. nicht weiß, wer ich bin. mich nicht kenne. aber das ein anderes mal. dazu muss ich weit ausholen. und wer weiß, vielleicht erkenne ich mich dann dadurch mehr. ich habe keine leitfigur mehr. habe sie abgelegt und freigelassen. vielleicht läuft die leitfigur ja noch immer durch mein zimmer. manchmal, da weiß ich, dass sie da ist. manchmal träume ich noch von ihr. letztens, da lief sie im traum durch mein zimmer, zeigte sich, und ich nahm sie in meine hand und verfrachtete sie in meine jackentasche. ich lief dann so draußen herum. immer aufpassend, dass ich sie nicht zerdrückte. sie war eben so klein geworden. bald ist sie nicht mehr da. dann bin ich allein, aber vollkommen ich selbst.

 

noch bin ich nicht müde. bin gegen 21 uhr aufgestanden gestern. seit dem bin ich wach. ich war gestern so müde... wegen einer dummheit. montag morgen aufgestanden, panikattacke, borderline-schub, starren, dissiotiativ. 2 antidepressiva genommen. weil noch immer so leer, gleich 2 tranqilizer hinterher. sollte man nicht machen. die antidepressiva putschen auf, die tranquilizer machen müde. mir wurde schlecht, von tabletten auf nüchternem magen. wahllos 2 toastbrote gegessen. ich bin eh fett geworden, da ist das auch egal. 20 minuten vollkommen im stehen verharren. dem punkt an der wand zuschauen. irgendwann ins bett krabbeln. zum freund., zum freund, der auch nicht mehr weiter weiß. der mich anfleht, doch endlich zu sprechen. doch endlich zu leben. ein bisschen weinen, weil man zu mama will. ein bisschen kuscheln und nichts fühlen außer, dass man zur last fällt. sich irgendwie anziehen, langsam. irgendwann dann zum wohnheim gefahren werden. tränchen vom freund wegwischen. im wohnheim kaffee holen. im zimmer rauchen. in den spiegel gucken. ich weiß nicht, wer das da auf der anderen seite ist, aber sie sieht schäbig aus. merken, wie die müdigkeit kommt. wirkung der tranquilizer. eine müdigkeit wie nach 6 tagen ohne schlaf. wie eine extreme unterzuckerung. das bedürfnis, mir streichhölzer zwischen die augenlider zu stecken. weil die immer zufallen wollen. ich muss doch noch. doch noch dies und jenes.

lege mich ins bett und falle sofort in tiefen, traumlosen schlaf. wache gegen 21 uhr auf und fühle mich so rein. es ist nacht. und keiner bedrängt mich. schminke mich und mache fotos. spiele sims und lese. und warte.

warte aufs glücklichsein.

 

und ich bin glücklich, wenn ich diesen song höre.

 

 


 

Oh ja. Ich liebe ihn.

Werbung

Veröffentlicht in Mein Leben.

Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post