Schwarz und weiß.
09:19
Herzlichen Glückwunsch, sage ich. steht so auf der karte drauf.
das wort bleibt etwas im raum kleben und krabbelt dann die spüle hinab. jetzt habe ich also wieder geburtstag. früher war dieser tag immer mit diesem ganz bestimmten gefühl verbunden, dieser freude auf die geschenke, die freunde, die am nachmittag kommen und die spiele die man dann zusammen spielen kann. oder eben andere tolle geburtstagsmäßige sachen eben.
ich vermisse dieses gefühl seit meinem 15. geburtstag.
der 14. war der horror und meine damalige therapeutin meinte noch, dass diese bestimmte party das fass zum überlaufen brachte. kann gut sein, die übergänge sind fließend. gestört war ich auch schon vorher.
heute werde ich seit also seit 7 jahren wieder feiern. wenn auch klein. habe meine engsten freunde zum nachmittagskaffee eingeladen (omi-mäßig, was?). anschließend will ich sie in eine cocktailbar schleifen. dort war ich letztens schon und habe mich durch die halbe cocktailkarte getrunken.
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jetzt musste ich kurz innehalten und zuhören ^____^ im fernsehen lief auf sat 1 gerade im frühstücksfernsehen ein beitrag über finnische spezialitäten :O omg essen die krankes zeug. über rentierfleisch aus der mikrowelle im döner oder bärenfleisch in der suppe wusste ich auch noch nix. war aber trotzdem lustig und gut gemacht. und helsinki sieht ja doch fast so aus wie warschau. liegt wohl am russischen einfluss in der architektur, gründerzeitbau und klassizistisch. mag ich, sowas. besonders mit dem schnee dazwischen, das ist so polnisch, das ich den geschmack von Bigos im maul habe.
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anyway.
also heute nix großes. geschenke habe ich wohl erst die nächsten tage zu erwarten, aber das macht nix. die nachträglichen sachen finde ich persönlich am schönsten. bloß muss ich meinen arsch noch hochbekommen, mich anziehen, duschen, zum wohnheim fahren, frische klamotten, make up und meine pinzette holen. war die letzten wochen extrem faul, was körperpflege angeht. ist bei depressionen normal. ich habe ja nichtmal mehr meine heißgeliebten medis genommen. jetzt fühle ich mich dauerverkatert, müde, antreibslos und extrem gereizt. hätte gestern wegen nichtigkeiten fast mit messern um mich geworfen. aber ich bin unglaublich sauer und wütend, und ich weiß nicht, weswegen. gut, dass mein freund halbtags arbeiten ist, sonst müsste er meine launen noch länger ertragen.
eine merkwürdige phase, aggressiv, brutal und verfressen. ich könnte, wenn ich wollte. aber da ist noch immer ein teil in mir, der mich von meinen handlungen zurückhält. ich will kaputtmachen, schreien, verletzen und nebenbei noch meine ruhe haben. dabei ärgert mich niemand. gefühle, die im gehirn wohl zu lange durch die wäschetrommel geschleudert wurden. meine worte schmecken fade und faul.
aber so will ich mich an meinem geburtstag nicht fühlen.
vielleicht bin ich auch gar nicht wütend, sondern traurig. diese beiden gefühlszustände decken sich sehr oft gegenseitig. aber gerade hasse ich trauer.
trauer ist armselig, minderwertig und überflüssig.
spalte ich gerade ab? ich weiß es nicht... mich ablehnen tu ich dafür noch immer.
dämliche, verrückte gefühle. kein wahrnehmen, kein fühlen, nur intensives rauschen. hin und her gerissen werden, typisch borderline. hab erst vor einigen tagfen wieder gemerkt, wie der Wechsel zwischen extremer idealisierung und abwertung meine meinung zu bestimmten menschen bestimmt. nicht allen; aber denen gegenüber, die mich faszinieren. das sind nicht viele, aber immerhin. und ich merke, wie normal es ist, abgrundtief zu hassen, zu verabscheuen, nur um sie dann doch wieder zu glorifizieren.
vielleicht, weil ich auch hier angst habe, durch idealisierung völlig vereinnahmt zu werden. mich selber zu verleugenen und mich in den idealisierten personen zu spiegeln, bis ich mein ich komplett abgelegt habe.
wenn ich zitieren darf:
Werden die widersprüchlichen Bedürfnisse von der Umgebung, den Partnern nicht erfüllt, kommt es rasch zu einer Abwertung. Kleinste Zurückweisungen werden schnell als Enttäuschung erlebt und führen in zwischenmenschlichen Beziehungen zu Irritationen, meist auch zu einer vollständigen Abwertung des eigenen Selbst. In der Regel führen die Lebenserfahrungen zu einem generellen Misstrauen. Ausgehend von der Schwierigkeit, die eigenen Emotionen zu regulieren, kommt es auch auf der Bewertungsebene schnell zu zwei Extremen: gut oder böse.
(irgendeine borderline-seite)
Ja, so ist das. und es ist normal, sich so zu verhalten. das ich mich so verhalte.
und herzlichen glückwunsch dazu.