Life 705.

Veröffentlicht auf von kadotettu.over-blog.de

08:32

 

ich bin im dämmerzustand. aber ich bekomme noch live mit, wie ich geistig dahinschwinde, an der schwelle der dissoziation. lethargie. ich merke es noch, aber ganz schwach. es ist nicht gut, sowas zu merken.


macht dir deine hilflosigkeit nur noch mehr bewusst.


ich drifte ab. es muss fehlgeleitete aggression sein. es ist wut auf mich, mal wieder. wur darauf, dass ich die ganze nach wach gewesen bin. wut auf meine unfähigkeit, zur arbeit zu fahren. wut darauf, L. im stich zu lassen. ja, ich habe versagt und es gab nicht einmal einen triftigen grund. mein freund würde sagen, das wäre faulheit. ich sage, es ist lebensunfähigkeit. und das macht mich noch wütender.

 

dass ein paar dumme gehirnzellen biologisch nicht dazu in der lage sind, den organismus auf überleben zu polen. so etwas würde sich auch nicht weitervererben, auch wenn ich kinder möchte. wenn das dunkel vorüber ist. in der hoffnung, meine kinder werden nicht genauso arm dran sein.


ich drifte ab, halte mich aber so noch wach. nicht körperlich wach, sondern geistig. ich muss schreiben,wenn ich den kontakt zu mir nicht abbrechen will. ich muss fühlen und handeln. ich darf nur nicht denken.

 


es ist alles so fern. ich kann nicht schlafen, wenn ich in den armen meines freudes liege, weil mein herz so schnell schlägt. jeder schlag die gedanken nur noch schneller rasen lässt. um mir meine ufähigkeit gegen die schädelwand zu pochen, auf das sie dort ewig eingebrant ist. durch alles hindurch sehen. weinen, weil nur noch musikhören einen fühlen lässt. erinnert zu sehr an das leben. ich weiß weder ein noch aus. nicht schlafen nicht wach sein. ich bin hier falsch und raus will ich auch nicht, weil man dort ungeschützt ist. ich bin mehr in meinem kopf als in der welt. wo kommt der nebel her, frage ich mich, war er schon immer hier?


ich habe hass, ich spüre ihn nur nicht. er ist wie weggehungert, weggegessen, weggeträumt. hass, der mich lebendig machen würde. lieber verschließe ich mich weiter und lasse mich nicht rauskommen. vor lauter wut. wut, die eigentlich gegen meine käfigstäbe rütteln müsste. ich bin hier und dort und trotzdem nicht da. ein angenehmer zustand.

 

ohne erinnerung.

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Veröffentlicht in Borderline

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