Ein Tag, schwer von Scheiße.

Veröffentlicht auf von kadotettu.over-blog.de

23:11

 

... ganz ehrlich, ich muss mich gerade dazu zwingen, etwas zu schreiben. möchte den ganzen tag mal wieder am liebsten nur noch vergessen, auskotzen, im klo runterspülen. mir fällt es schwer, die passenden worte zu finden. zu viel input, zu viele gedanken, zu viel überforderung. 

 

ich wachte scheißgebadet auf. immer, wenn ich mein cipralex und meine bedarfs-tranqilizer mit meiner pseudo-schlaftablette (75mg seroquel) zusammen einnehme, schwitze ich die nacht wie sau durch. so nass wacht man nur im regen auf. gehört zu den nebenwirkungen, muss ich mit leben.

aber du möchtest nicht aufstehen, wenn dein scheißkörper nur noch am kleben ist.

wenn der tag nichts bringen wird, wie so oft; und ich sehne mich nach vollkommenster ruhe und der gröstmöglichen einsamkeit. weil andere menschen einfach so unwichtig sind, dass sie dir nicht mal zuwider erscheinen. selbstsüchtige kopfhassliebe, und ich werde mir selber so egal.

 

heute stand das vorkochen im wohnheim an, und ich hatte sowasvon keine böcke, meine güte... ich habe ein problem damit, mich an regeln zu halten, die ich als sinnlos empfinde. warum soll ich für andere kochen, wenn ich eh nicht mitesse. ich bin sowieso ersetzbar, man kann also auch gut jemand anderen an meiner stelle kochen lassen.

 

meinen arsch zu bewegen, wenn ich mich nur noch verkriechen will, anstrengen, maske aufsetzten, es geht mir gut-attitüde; kostet alles kraft, und ich frage mich, woher soll ich die nehmen. es war wieder so ein tag, an dem ich nichts mehr will. ich gebe lieber auf anstatt sinnlos zu kämpfen. gedanken. ich kann mich gut selber bestrafen, dann brauch ich die harten worte anderer nicht mehr zu fürchten. ohne frage, ich kann mich besser bestrafen als jemand anderes es je verögen würde; und wenn mich doch jemand übertrifft, habe ich eben die arschkarte. pecht gehabt, du dumme nuss. aber du verdienst das eben. denke ich mit einem lächeln, das mir niemand nehmen kann. 

 

diese gedanken, die man nicht abstellen, kann, je näher der ungewollte termin rückt, drehst du immer mehr durch; kein klares denken mehr, vor lauter angst nur noch regungslosigkeit, dissoziation auf höchster ebene, seele abstellen. ich merk nichts mehr. nur doch diese gedanken, diese bilder, wie ich meine hände in einen fleischwolf presse, bis nur noch stümpfe übrigbleiben. die haut abschaben. bilder, die einfach dasind, sich immer wieder abspulen, bis ich denke, es jetzt tun zu müssen. schuldgefühle, wenn ich mich jetzt aber doch nicht hochbekomme um da diesen scheiß zu kochen. ist doch egal. gehst du hin, kann dich niemand mehr von den messern beschützen; und du willst es ja nicht anders; bestrafen, die schuld rechtfertigen, bis du nicht mehr dabist, du dämliches, unwürdiges stück mensch.

 

aber ich konnte mich nicht bewegen. nicht mal die umarmung meines freundes erwiedern. aber er war da. und das taute mich langsam auf. hinterließ einen angenehmen nebel im kopf, ich sah alles und doch nichts. und er zog mich mit sich.

ich bin nicht ins wohnheim gegangen. habe mich nicht abgemeldet. es hätte soweiso niemand verstanden. ich kann mich nicht mitteilen. wenn ich sage, was da in meinem kopf abgeht - kopfbilder, die für mich vollkommen logisch sind - tu ich anderen nur weh. da habe ich keinen bock drauf.

 

wir haben den kram meines freundes erledigt, sind in der stadt herumgefahren und haben eingekauft. ich war nicht mal halb bei der sache, und im e-center hätte ich wieder eine panikattacke bekommen, wenn ich mich nicht in die hinterste ecke des kaufhauses verkrochen hätte, bis der erste schub vorbei war.

 

ich bin selbst jetzt noch nicht ganz da. diffuses gefühl im kopf, auf der überholspur tummeln sich zu viele worte, die raus wollen, aber nicht wissen, wohin.

 

ich möchte mit dem kopf gegen die wand schlagen, bis die stimmen verstummt sind.

 

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Veröffentlicht in Borderline

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