ach man.
01:14
... guck mal, schon so spät. habe ehrlich gesagt nicht die geringste lust, ins bett zu gehen. aber morgen früh muss ich wieder ins wohnheim.
war heute den ganzen tag nicht dort. die haben nach mir gesucht .____.
logisch, klar muss man sich bei mir auch sorgen machen, wo ich denn bleibe ....
jedenfalls habe ich ein sehr schlechtes gewissen & schäme mich für mein verhalten, nicht mal bescheid gesagt zu haben. aber ich hatte eine panikattacke heute morgen, und die angst sitzt mir noch immer im nacken. ich hasse es, mich rechtfertigen zu müssen, für das, was passiert ist. für meine gefühle. für meine unfähigkeit, mich anzupassen.
aber ich konnte heute einfach nicht ins wohnheim. es macht mich krank. jeden tag dasselbe mickrige programm, dieselben leute, die leere, die gewissheit, dass alles so entgültig ist und die unfähigkeit, mich aus der scheiße herauszuholen. ich kann nicht für mich sorgen, ich mache mich lieber kaputt.
deswegen will ich auch nicht schlafen gehen. ich weiß, dass ich bei dem gedankenkarusell in meinem kopf sowieso nicht schlafen kann. und mir ist lieber, ich mache durch, als aufzuwachen, und wieder die angst zu spüren wie eine welle von ohnmacht. wie gern spiele ich mit meinem rhythmus ... ._____.
gut, dass mein freund mich unterstützt. aber ich weiß, ich werde nicht schlafen können.
Mal was anderes. Dieses Buch werde ich mir demnächst holen :
Habe bei Amazon.de herumgestöbert und es dort entdeckt. Letzten Endes war allerdings die Kritik eines anderen Lesers war ausschlaggebend, mich für einen kauf zu entscheiden. Mein Herz geriet durch den Adrenalinausstoß regelrecht in Rage. Das Buch MUSS ich UNBEDINGT haben.
Ich bin mal so wahnsinnig und poste sie hier:
Im Jahr 2006, ein Jahr bevor dieses nun in deutscher Übersetzung vorliegende Buch in Finnland erschien, befand sich die damals schon in ihrem Heimatland berühmte und beliebte Schriftstellerin Leena Lehtolainen nach eigenen Angaben in einer Schaffens- und Lebenskrise. In dieser Zeit begegnet sie während einer Lesung einer Frau, die in Leena eine ehemalige Studienkollegin erkennt und sie anspricht. Sie erzählt von ihrem Schicksal und vom rätselhaften Verschwinden ihres Mannes und trägt der Autorin ein für diese, wie sie sagt, nicht ganz ungewöhnliches Anliegen vor. Sie fragt sie, ob sie Lust hätte, die Geschichte ihrer Ehe und ihrer Familie in einem Buch zu beschreiben. Sie erhoffe sich durch eine Beschreibung von fremder Feder einen erkenntnisbringenden Aufschluss darüber, warum ihr Mann Riku verschwunden sei. Zu diesem Zeitpunkt ist noch völlig unklar, ob Riku ertrunken ist, sich umgebracht hat, oder einfach verschwunden ist. Für alle Annahmen gibt es ausreichende Indizien und Jaana, so heißt die verzweifelte Frau, stellt der Autorin Leena in Aussicht, dass sie für das Buch alle ihre Tagebücher, die sie seit Jahrzehnten führt, lesen könne.
Die Autorin lehnt zunächst ab, doch während eines Erholungsaufenthaltes in der Normandie überlegt sie es sich anders und sagt zu. Für den Leser, der Leena Lehtolainen durch viele Bücher schätzen gelernt hat, zunächst vollkommen unverständlich. Ein nicht unwesentlicher Teil der Spannung dieses ungewöhnlichen Tatsachenromans besteht darin, dass ihre wahren Hintergründe erst ganz am Ende offenbar werden, genau wie erst am Ende das große Rätsel des Verschwindens von Riku gelöst wird.
Dazwischen erleben wir, durch offenbar echte Tagebucheintragungen von Jaana und Riku eine sehr lebendige persönliche und notgedrungen widersprüchliche Schilderung der Geschichte einer Beziehung, die mit jedem Jahr mehr in die Krise gerät. Riku ist Pharmakologe, Jaana arbeitet als Finnischlehrerin in einer Gesamtschule.
Während Riku nach anfänglicher Begeisterung immer mehr mit seiner Arbeit unzufrieden wird und vielen dubiosen Praktiken in der Medikamentenforschung auf die Spur kommt, ist Jaana mit ihrer Arbeit recht zufrieden. Riku hat keinen Kontakt zu anderen Frauen, nachdem er Jaana kennen gelernt hat, doch die Tagebücher von Jaana erzählen von ihren immer wiederkehrenden Versuchungen durch andere Männer.
Rikus Arbeit braucht unbedingt eine begrenzte Anzahl von Tierversuchen, was ihm immer wieder radikale Tierversuchsgegner bis vor die Haustür bringt, die ihn beschimpfen und bedrohen. Er hat Angst um seine Familie und gerät immer mehr in depressive Zustände, zieht sich zurück. Jaana spürt das veränderte Verhalten ihres Mannes natürlich, aber sie schaffen es nicht, über all das , was sie bewegt, wirklich zu sprechen. Sie entfremden sich immer mehr und teilen damit das unglückliche, aber oft auch selbst verursachte Schicksal unzähliger langer Beziehungen.
Dieses Schicksal und die Unfähigkeit, aus dem Gefängnis des Schweigens heraus zu kommen auch anhand der Tagebücher von Jaana und Riku dokumentiert zu haben, ist die eine literarische Leistung dieses Romans. Die andere ist die hier nicht näher zu beschreibende Rolle der Autorin selbst in dem ganzen Geschehen, deren kritische Selbstreflexion Hochachtung verdient.
"Ich war nie bei dir" ist ein packender und dramatischer Eheroman, der durch die hohe Kunst der Krimiautorin nicht nur zu einem Psychogramm einer Ehe wird, sondern bis zur letzten Seite mit spannenden Überraschungen aufwarten kann wie sonst nur ein Kriminalroman.
Von
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland)
♥____♥
Her damit.